33. Bündniswerkstatt: Vor Ort in Jüterbog

Die Stadt Jüterbog steht – wie eine wachsende Zahl von Kommunen im Land Brandenburg – vor der Herausforderung, auf steigende Wohnraumnachfrage zu reagieren und dabei gleichzeitig die Bezahlbarkeit des Wohnens zu sichern. In diesem Spannungsfeld gewinnen Themen wie Innenentwicklung, klimagerechtes Bauen, Wohnraumförderung und die Frage nach einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung an Bedeutung. Als Stadt der zweiten Reihe mit guter Anbindung an Berlin rückt Jüterbog zudem in den Fokus von Haushalten, die Berlin oder das Berliner Umland verlassen möchten und nach Alternativen suchen.

Vor diesem Hintergrund hat das Bündnis für Wohnen Brandenburg in seiner vergangenen Werkstattsitzung im Format „Bündnis vor Ort“ die Stadt Jüterbog besucht. Dabei lernten die Mitglieder die lokalen wohnungspolitischen Ansätze kennen und diskutierten gemeinsam mit Bürgermeisterin Christiane Lindner-Klopsch und weiteren Akteur:innen vor Ort, wie Wachstum so gesteuert werden kann, dass Wachstumsschmerzen vermieden werden und die Entwicklung mit der vorhandenen Infrastruktur sowie den kommunalen Handlungskapazitäten in Einklang stehen

Im ersten Teil der Werkstatt standen aktuelle Entwicklungen in Jüterbog im Vordergrund. Kira Richter (Amtsleitung Bauamt Jüterbog) und Dierk Giese (Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Jüterbog mbH) gaben Einblicke in die Herausforderungen der Stadt- und Wohnungsmarktentwicklung sowie in die Erfahrungen mit innovativer Bestandssanierung und Neubauprojekten.

Nach der Mittagspause konnten die Bündnismitglieder im Rahmen eines geführten Stadtspaziergangs durch Jüterbog zu innovativen Bauprojekten der Wohnungsbaugesellschaft Jüterbog mbH (WOBA) die Stadt und deren Entwicklung noch besser kennen lernen. An konkreten Projekten – darunter ein energetisch modernisiertes Wohnhaus mit geförderten Wohneinheiten, Gemeinschaftsflächen in den Laubengängen, Photovoltaik und Wärmepumpe – wurden wohnungspolitische Maßnahmen im städtischen Kontext veranschaulicht, Potenziale aufgezeigt und bestehende Zielkonflikte benannt.

Zentrale Botschaften:

  • Ältere Menschen brauchen barrierearme Wohnungen, zuziehende Familien Wohnraum mit mehr Zimmern und gute Infrastruktur. Beide Entwicklungen finden gleichzeitig statt und sollten integriert betrachtet werden.
  • Neue Wohnangebote funktionieren besonders gut, wenn Nahversorgung, Verkehr und soziale Einrichtungen dazu passen. Ausgangspunkt ist dabei immer das, was im Ort bereits vorhanden ist.
  • Wohnraumentwicklung sollte als Teil der sozialen Stadtentwicklung begriffen werden. Gutes Wohnen schafft Begegnungsmöglichkeiten und hilft, Isolation zu vermeiden.
  • In der Bestandsentwicklung sollten Möglichkeitsräume eröffnet werden. Konstruktives und kreatives Denken sollte Teil des Prozesses sein. Anschließend muss geklärt werden, was davon wie wirtschaftlich darstellbar ist.

Teilnehmende der 33. Bündniswerkstatt: Vor Ort in Jüterbog. © RegioKontext GmbH